Intranet-Kosten realistisch einschätzen: Was die Einführung kostet
Die Frage nach den Intranet-Kosten gehört zu den häufigsten und gleichzeitig zu den am wenigsten präzise beantworteten. Wer recherchiert, findet Angebote von wenigen Zehntausend Euro bis hin zu Investitionen im deutlich sechsstelligen Bereich. Die Preisspanne ist also enorm! Das sorgt verständlicherweise für Verunsicherung und nicht selten für falsche Erwartungen.
Deshalb vorweg unsere Einordnung: Die Kosten für die Einführung eines Intranets speisen sich nicht ausschließlich aus den Kosten für das Produkt “Intranet”. Viel mehr ist die Einführung als ein Organisationsprojekt zu betrachten, dessen Kosten sich am jeweiligen individuellen Aufwand orientieren.
Wer über Kosten spricht, sollte deshalb nicht nur auf die reinen Zahlen schauen, sondern auch was dahinter steckt!
Warum viele Preisangaben in die Irre führen
Was wir grundsätzlich feststellen: Viele Preisvergleiche hinken, weil unterschiedliche Dinge miteinander verglichen werden. Preisunterschiede entstehen zum Beispiel durch:
- Weniger Betreuung: Es werden etwa nur wenige fixe Termine von Beginn an eingeplant und das unabhängig davon, ob danach noch offene Themen bestehen. Es gibt anschließend keine weitere Betreuung.
- Geringerer inhaltlicher Leistungsumfang: Beratung, Konzeption oder Unterstützung bei der inhaltlichen Ausgestaltung fallen deutlich schlanker aus.
- Ein insgesamt kleinerer Projektumfang: Bestimmte Leistungen, die für eine erfolgreiche Einführung wichtig sein können, sind gar nicht enthalten.
Intranet-Kosten realistisch einordnen
Aus unserer Projekterfahrung lassen sich grobe Investitionsrahmen erkennen, die stark mit Unternehmensgröße, Komplexität und Ambitionsniveau zusammenhängen. Dabei sprechen wir immer von Gesamtinvestitionen für Konzeption, technische Umsetzung, Einführung und Verankerung im Unternehmen, nicht nur von reinen Lizenzkosten.
Kleinere Organisationen mit homogener Zielgruppe und überschaubarem Abstimmungsaufwand bewegen sich häufig im Bereich von rund 30.000€. Hier stehen pragmatische Lösungen im Vordergrund, bei denen Rollen, Inhalte und Prozesse früh definiert werden, ohne unnötige Komplexität aufzubauen.
Im klassischen Mittelstand mit mehreren Standorten, heterogenen Zielgruppen und komplexeren Vorgängen in der internen Kommunikation, liegt der Aufwand bei etwa 70.000€. Der Mehraufwand entsteht hier weniger durch technische Gegebenheiten, sondern mehr durch die konzeptionelle Arbeit, die dahinter steckt. Das ist zum Beispiel eine Zielgruppenanalysen, die Erarbeitung von Navigationsstrukturen und Redaktionsmodelle, die Durchführung von Schulungen und einer Pilotphase, sowie schlussendlich ein durchdachter Rollout.
Große Organisationen mit mehreren Tausend Mitarbeitenden investieren entsprechend mehr. Hier bewegen sich Projekte häufig im Bereich von 120.000€ oder mehr. Auch hier entstehen die Kosten wegen aufwändigeren Abstimmungen und zusätzlichen Themen, die bei großen Organisationen auftauchen, wie zum Beispiel Stakeholder-Management, Integrationen, Mehrsprachigkeit, umfangreiche Governance-Strukturen und Change-Management.
Die Spannbreite von etwa 30.000 bis 120.000€ ist daher keine willkürliche Preisangabe, sondern der Ausdruck organisatorischer Realität. Je nach Ausgangslage bewegen sich die Kosten für die Intranet-Einführung also in diesem Rahmen.
Warum niedrige Preise existieren und wann sie passen
Einige Anbieter bieten Intranet-Projekte sehr günstig an und das kann auch unter bestimmten Vorraussetzungen sinnvoll sein. Gerechtfertigt ist das zum Beispiel für sehr kleine Unternehemen mit weniger als 50 Mitarbeitenden, ein reines technisches Aufsetzen des Produkts ohne jedwegigen strategischen Anspruch oder für reine Pilotprojekte. Sinnvoll kann das auch sein, wenn unternehmensinterne Ressourcen das notwendige Wissen und die Erfahrung für sämtliche Konzept- und Change-Arbeit mitbringen.
Problematisch wird es jedoch dann, wenn ein technisches Setup mit einer umfassenden Organisationsveränderung gleichgesetzt wird. Die entscheidende Frage lautet daher nicht: “Was kostet das Tool?”, sondern viel mehr: “Was braucht das Unternehmen, damit die Einführung erfolgreich wird?”.
Der größte Kostenfaktor: Die fehlende Nutzung
Klar ist: Ein Intranet scheitert selten an der Technik. Es scheitert eher an fehlender Akzeptanz, unklaren Verantwortlichkeiten und mangelnder strategischer Einbettung. Die eigentliche wirtschaftliche Betrachtung beginnt deshalb nicht bei der reinen Investition, sondern beim Risiko: Was kostet es, wenn Informationen weiterhin versanden, Führungskräfte oder Abteilungsleitungen Kommunikationsverantwortung nicht wahrnehmen oder operative Mitarbeitende keinen Zugang zu relevanten Inhalten haben?
Kurz&Knapp: Reality-Check für Angebote
Wenn Du ein Angebot siehst, das deutlich unter den genannten Orientierungsräumen liegt, lohnt sich ein genauer Blick auf den Leistungsumfang. Prüfe insbesondere, ob folgende Punkte enthalten sind:
- Informationsarchitektur mit z. B. Sitemap
- Governance-Regeln mit z. B. Redaktionsstrukturen
- Kommunikationsplan und -maßnahmen
- Schlüsselfertige Systemeinrichtung
- Inhaltserstellung und –migration
- Technisches Setup z. B. AD- / Entra-ID-Anbindung
- Projektplan inkl. kontinuierliches Projektmanagement
- Trainingsmaterialien wie z. B. Schnellstarthandbücher
- Anbindungen zu z. B. Microsoft 365
Fehlen diese Bausteine, handelt es sich meist um ein rein technisches Setup bzw. die reine Bereitstellung der Intranet-Plattform!
Fazit: Intranet-Kosten folgen dem Zielbild
Wir sehen: Eine Intranet-Einführung ist kein IT-Projekt mit Kommunikationsanteil, sondern ein Kommunikationsprojekt mit technischer Basis. Wenn Dein Unternehmen also ein klares Bild über Intranet-Kosten bekommen möchte, solltest Du Dir zuerst darüber im Klaren werden, welche Rolle die interne Kommunkation zukünftig spielen soll, welche Zielgruppen erreicht werden sollen und welchen Reifegrad Dein Unternehmen anstrebt. Erst aus diesen Antworten ergibt sich eine sinnvolle Investitionshöhe.
Du willst mehr über Intranet-Kosten erfahren und bist an einer realistischen Preiseinschätzung interessiert? Dann komm gerne auf uns zu!