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Nachgefragt: Frank Wolf gibt Einblicke in Staffbase
27
Nov 2020

Nachgefragt: Frank Wolf gibt Einblicke in Staffbase

Wir begrüßen Frank Wolf von Staffbase zu unserer Interview­reihe Nachgefragt. Bevor wir exklusive Einblicke in Staffbase erhalten, sei doch bitte so nett und stell Dich unseren Lesern vor.

Frank: Mein Name ist Frank Wolf und ich bin einer der Gründer und Geschäfts­führer von Staffbase. Ich habe vorher bei Accenture und T-Systems gearbeitet und war eigentlich schon immer im Bereich Digitale Kommuni­kation und Intranets unterwegs. Bei Staffbase arbeite ich vor allem in Be­reichen, die unsere Produkt- und Marketingstrategie betreffen. Ich kenne den Markt und unsere Zielgruppe und deren Prioritäten seit vielen Jahren und versuche diese Sicht in möglichst viele unserer internen Entscheidungen einzubringen.

Einen Tag über Deine Schulter geblickt, was würden wir erleben?

Frank: Eine Mischung aus Kommunikations- und Konzentrationszeit. Ich bin viel in internen und externen Meetings, aktuell natürlich fast ausschließlich virtuell. Ich schreibe aber auch viele Inhalte wie Blogposts, Präsentationen oder Webseiten selber, deshalb versuche ich möglichst viel Konzentrations­zeit zu blocken. Die Balance aus beiden gelingt mal besser mal schlechter. Wir haben übrigens vor kurzem entschieden, in unseren Blogposts und auf der Webseite ab jetzt mehr auf eine geschlechter­gerechte Sprache zu achten und führen das sogenannte „Gendersternchen“ ein. Meine Antworten hier nutzen das ebenfalls. Das sieht auf den ersten Blick ungewohnt aus, aber man gewöhnt sich schnell daran.

Was ist Eure Mission mit Staffbase? Welchen Pain Point löst Ihr bei Euren Kunden besonders gut?

Frank: Mit Staffbase wollen wir die beste Plattform für interne Kommunikation schaffen. Wir haben mit einer Mitarbeiter-App als erste Lösung angefangen und fügen jetzt Schritt für Schritt weitere Kanäle wie Intranet, Terminals und Mitarbeiterumfragen hinzu. Staffbase ist super einfach benutzbar und be­nötigt für Anwender*innen wenig bis keine Schulung. Dazu sammeln wir bei mittlerweile über 400 Kund*innen viele gute Kommunikationsideen ein und machen diese über die Plattform und regelmäßige Veranstaltungen allen anderen Kund*innen verfügbar. Interne Kommunikation ist per Definition oft intern und so gibt es ein sehr großes Bedürfnis sich mit Kolleg*innen auszu­tauschen und zu sehen was andere machen. Wir wollen nicht nur eine technische Plattform verkaufen, sondern man bekommt eine Community mit dazu.

Mit den letzten Investmentrunden habt Ihr, im Verhältnis zum Wettbewerb, relativ viel Venture Capital aufgenommen. Das hat sich positiv auf Euer Wachstum ausgewirkt – hattet Ihr 2017 noch 31 Mitarbeiter, seid Ihr inzwischen auf rund 300 Mitarbeiter gewachsen. Was ist das Ziel dahinter?

Frank: Wir wollen das beste Produkt am Markt anbieten und investieren kontinuierlich in die Verbesserung und Weiterentwicklung. Alleine 150 unserer Mitarbeiter*innen arbeiten an der Plattform. Im Ergebnis hat sich Staffbase viel schneller entwickelt als alle anderen Wettbe­werber*innen am Markt. Wir sehen aber noch viel Potential für weitere Verbesserungen und haben auch für das nächste Jahr viele spannende Neuigkeiten auf der Roadmap.

Ihr bietet drei unterschiedliche Produkte mit „App für interne Kommunikation“, „Mitarbeiter-App“ und „Employee Experience“ an. Worin liegt der Unterschied?

Frank: Die App für interne Kommunikation ist der einfache und schnelle Einstieg. Im Rahmen der Corona Pandemie, haben auch Unter­nehmen mit mehreren tausend Mitarbei­ter*innen diese Lösungen innerhalb einer Woche einführen können. Die Mitarbeiter-App baut darauf auf und bringt noch mehr Funktionen mit, die die App zu einer Art Intranet für die Hosentasche machen. Der nächste Schritt ist, diese Plattform zum Intranet für alle zu machen, dass überall verfügbar ist und sehr individuell auf verschiedene Bedürfnisse von Zielgruppen ausgerichtet werden kann. Das nennen wir Employee Experience Intranet. Man kann mit jeder dieser Lösungen direkt starten und sehr einfach zwischen ihnen wechseln.

Werden Integrationen von anderen Systemen (bspw. Microsoft 365) in Staffbase häufig nachgefragt? Welche Integrationen bietet Ihr an und wo ist die Nachfrage am größten?

Frank: Wir bieten Integrationen in beide Richtungen. Staffbase Inhalte können in SharePoint oder Teams angezeigt werden und Microsoft 365 Inhalte, wie Teams Übersichten, Teams Feed, Dateien, Websites, Kalender und Tasks, können als Plugins in Staffbase eingebunden werden. Dazu kommt die Integration der Suche von M365 in Staffbase und die Möglichkeit Nutzer*innen via Azure-AD zu synchronisieren. Das Interesse ist aktuell bei Teams sehr groß, weil fast alle Unternehmen mehr oder weniger schnell in den letzten Monaten ausgerollt haben.

Microsoft 365 hält in immer mehr Unternehmen Einzug. Wie ist Eure Strategie in Bezug auf Microsoft 365 und Staffbase?

Frank: Unser Fokus liegt auf den Bedürfnissen der internen Kommunikation von Mitarbei­ter*innen. Die Kommunikation benötigt einen Ort, an dem Inhalte zentral oder verteilt einfach erstellt, verwaltet und gemessen werden können. Dafür benötigt man in Microsoft 365 mindestens 3 einzelne Applikationen, die diese Anforderungen nicht komplett abbilden, aber sich teilweise trotzdem überlappen. So schwierig und verwirrend das für die Kom­muni­kation ist, umso schwerer wird es für Mitarbeiter*innen in der Nutzung. Deshalb sehen wir einen klaren Markt für eine Kommunikationsplattform, die gut mit M365 integriert, aber daneben steht.

Welche zwei Funktionen von Staffbase werden von den Nutzern am meisten genutzt? Was könnten die Gründe sein?

Frank: Ganz einfach: dezentrale News, die oft von Teilzeitredakteur*innen kommen. Staffbase macht es sehr einfach diese Inhalte mobil oder am Desktop zu erstellen und für Nutzer*innen gilt schon immer: je lokaler desto besser und relevanter. Dazu haben wir sehr smarte Seiten, die Inhalte je nach Kanal sehr anwender­freundlich darstellen. Damit finden Mitarbeiter*­innen auch neben den aktuellen News alle relevanten Infor­mationen rund um ihren Arbeitsplatz.

Was sind für Dich die drei wichtigsten Bausteine erfolgreicher Intranets?

Frank: 1) Einfache Zugänglichkeit und Verfügbarkeit für alle Mitarbeiter*­innen. 2) Informationen und Service, die auf die Bedürfnisse verschiedener nutzender Personengruppen passen – möglichst automatisch ohne viel manuelle Persona­lisierung durch Nutzer*innen (weil das auf Dauer keiner macht). 3) Ein lebendiger, wiedererkennbarer und praktischer digitaler Startpunkt und Eingangstür ins Unternehmen – ohne alles selbst machen zu wollen.

Welche Zukunftsthemen im Intranet siehst Du?

Frank: Unmittelbare Zukunft: 1) Auf breiter Front setzt sich durch, dass Zu­sammenarbeit und Teamräume nicht mehr in Intranets gehören, sondern in spezialisierte Tools wie Microsoft Teams wandern. Das ist eine gute Nachricht für Intranets, denn so kann wieder mehr Konzentration auf die eigentlichen Stärken erfolgen. 2) Das Intranet ist nur einer der Kanäle für interne Kom­munikation. Andere Kanäle wie Email, Terminals, Screens oder Microsoft Teams sind ebenfalls relevant für die Reichweite von Kommunikation. Die Zukunft liegt deshalb in Kommunikationsplattformen, die Intranets als einen Teil ihrer Aufgabe begreifen, aber darüber hinaus auch diese anderen Kanäle abbilden oder integrieren können. 3) Der Begriff der „Employee Experience“ gibt die Richtung vor. Intranets werden noch mehr als heute daran arbeiten, Inhalte und Services um die Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen zu bauen und nicht so sehr in der Struktur des Unter­nehmens. Das wird zum Beispiel mehr klassische HR Themen wie Onboarding oder Mitarbeiterumfragen betreffen, die näher an das Intranet kommen.

Weiter Ausblick: Chatbots – es gibt frühe Zeichen, aber weit von echtem Mehrwert entfernt. AI – wird sicher kommen, aber aktuell speziell für Intranet-Anwendungsfälle noch in den Kinderschuhen.

Abschließend: Was ist Eure Produkt­strategie für die Zukunft? Wie geht es weiter?

Frank: Die Produktstrategie folgt unserer Vision für die beste interne Kommunikationsplattform am Markt. Ein großer Fokus liegt auf den Bedürfnissen der internen Kommunikation, die nach Covid-19 wichtiger als jemals zuvor sein wird. Dazu gehören Themen wie Kampagnen, bessere End-to-End Messbarkeit, Medien­management und weitere Kanäle, um Mitarbeiter*innen an allen Touchpoints zu erreichen. Wir haben vor einigen Wochen Teambay, einen Anbieter von Pulsumfragen gekauft. Das Teambay-Team bildet nun eine eigene Produkt-Squad innerhalb von Staffbase und arbeitet an der Integration dieser Funktionen. Für Mitarbeiter*innen ist unser Motto „Every Story is an Experience“ – wir wollen also die Inhalte und Services in der Plattform noch besser, authentischer und persönlicher machen. Ein aktuelles Beispiel sind Joyful Animations. Das sind Animationen wie Konfetti, Feuerwerk oder Schnee und sie lassen sich leicht zu jedem Artikel hinzufügen und werden automatisch abgespielt, wenn eine Mitar­beiter*in den Artikel öffnet. Es ist also ganz einfach, noch mehr Freude bei guten Neuig­keiten oder Jubiläen zu verbreiten, einen Anerkennungs­beitrag für eine Mitarbeiter*in zu etwas ganz Besonderem zu machen oder einfach einen festlichen Touch in die Feiertags­botschaft der vorgesetzten Person zu bringen.

Vielen Dank für die Einblicke und das spannende Gespräch 👌

2 Kommentare

Markus Bußmann

Lieber Frank Wolf,

es ist gut. dass Ihr Euch gemeinsam entschieden habt, zu gendern. Aber ich fürchte, ihr seid so wie wir noch etwas inkonsequent damit, oder warum heißt es dann noch Mitarbeiter-App? 😉 Dieses Problem versuchen wir auch noch zu lösen, bspw. aus SEO-Gesichtspunkten ist „Mitarbeitenden-App“ noch ziemlich schwierig zu etablieren. Da hat es die Employee-App gendermäßig leichter.

Viel Erfolg weiterhin und alles Gute aus Köln von Quiply! Markus Bußmann

    Frank Wolf

    Ja, es gibt einige Graubereiche in denen es schwer wird. Ich bin noch skeptisch bei „Mitarbeitenden-App“, unser Ansatz ist dann eher Mitarbeiter-App und Mitarbeiterinnen-App im Wechsel zu benutzen (was ich selber im Artikel auch hätte machen sollen). Und ja, SEO ist tatsächlich bei diesen produktnahen Themen eine wichtige Überlegung.

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