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Worauf es beim Vergleich zwischen Slack und Microsoft Teams wirklich ankommt
30
Jul 2018

Worauf es beim Vergleich zwischen Slack und Microsoft Teams wirklich ankommt

Microsofts jüngste Ankündigung über eine kostenlose Version von Teams und Slacks Partnerschaft mit dem Software-Giganten Atlassian haben die Debatte um Messaging Platforms neu entfacht.

Aktuell gibt es deshalb viele Artikel die sich entweder auf Funktions­vergleiche oder eine Bewertung der unterschiedlichen Breite und Tiefe von Anbindungen an Drittanbieter-Apps zwischen den Systemen konzentrieren.

Der wahre Vergleich zwischen Teams und Slack ist jedoch keine Frage von Funktionen. Vielmehr geht es darum, ob Unternehmen eine Produkt­suite möchten oder den Best-of-Breed Ansatz vorziehen.

Microsofts Strategie

Rückwirkend betrachtet war der Release von Microsoft Teams keine Überraschung. Sobald ein Wettbewerber mit einem neuen überzeugenden Produkt im Bereiche der Produktivitäts-Software aufwartet, versucht Microsoft in der Regel das Produkt zu kaufen. So geschehen bei Yammer, GitHub oder Wunderlist. Klappt dies nicht, wie bei Slack, veröffentlicht es eine vorläufige Version eines ähnlichen Produkts. Ein Beispiel dafür ist OneDrive als Konkurrenz zu Dropbox. Zwar entspricht dieses Produkt anfangs noch nicht dem Angebot des Wettbewerbs, es hat jedoch ein entscheidendes Versprechen: Es wird besser.

Wie verhalten sich Kunden

Vor die Wahl gestellt zwischen dem aktuell besseren System und einem System, das verspricht in der Zukunft noch besser zu werden, entscheiden sich viele für: Warten. Solange bis sich das Produkt verbessert hat und schließlich „gut genug“ ist, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Dann auf einmal entscheidet sich der Großteil des Marktes für das verbesserte Produkt, zum Beispiel von Microsoft. Wenn es dann noch kostenlos erhältlich ist, wie MS Teams seit kurzem, fällt die Wahl noch einfacher.

Ein Blick auf die Zahlen

Ende 2017 gab Microsoft bekannt, dass es 120 Millionen kommerzielle Office 365-Nutzer hat und erwartet, dass zwei Drittel der Office-Kunden bis 2019 ebenfalls das cloud­basierte Office 365 nutzen werden.

Im Mai 2018 gab Slack dagegen bekannt, dass es 8 Millionen „täglich aktive Nutzer“ in 500.000 Organisationen gibt, von denen 3 Millionen zahlende Nutzer sind. Im Rahmen der neuen Partner­schaft mit Slack werden die Kommunikations­tools Hipchat und Stride von Atlassian bis Februar 2019 abgeschaltet und eine Migration der Kunden angestrebt.

In Hinblick auf die Markt­durchdringung ist es dennoch offensichtlich, dass Slack trotz der allgemeinen Begeisterung und des mehrjährigen Vorsprungs sowie der Partner­schaft mit Atlassian bereits weit hinter Microsoft mit ihrer noch nicht ausgereiften Plattform zurückliegt.

Best-of-Breed versus Produktsuite

Diese Marktdynamik ist nicht einzigartig für Microsoft, sondern die klassische „Best-of-Breed“ versus „Produktsuite“ Situation. Die Produkt­suite, in diesem Fall Office 365, muss dabei nicht zwangsläufig die besten Funktionen, die beste Integrationen von Drittanbietern oder das beste Partner-Ökosystem bieten. Um zu gewinnen reichen häufig einige Vorteile, nach denen sich viele Unternehmen sehen: Eine Bündelung der Kosten durch eine gesamtheitliche Lizenz, eine einheitliche Benutzererfahrung und einen zentralen Kundensupport.

Für den Best-of-Breed Ansatz spricht derweil eine meist ausgereiftere Funktionsweise und vielfältigere Nutzungs­möglichkeiten der einzelnen Systeme. Darüber hinaus verspricht der Ansatz ein Maximum an Flexibilität für die IT-Infrastruktur, um sich wandelnden Anforderungen anzupassen.

Doch auch Slack kennt die Vorzüge einer Produktsuite und versucht daher selbst eine Software-Plattform zu werden, indem es die Integrations­möglichkeiten mit Partner­produkten stetig erweitert.

Besonders die Tools des neu hinzu gewonnen Partners Atlassian wie Trello, Jira und Confluence sollen dabei helfen. So hofft Slack mittelfristig die führende Produktivitäts-Plattform neben Microsoft Office zu werden.

Obwohl Microsoft Teams also noch nicht nahtlos in den Office 365-Stack integriert ist, ist die Anwendung heute für viele entweder schon „gut genug“ oder wird mittelfristig „gut genug werden“. Und das ist es, was die Produkt­auswahl vieler Unternehmen bestimmt.

Fazit: Welche Lösung passt zu Dir?

Wenn Dein Unternehmen bereits viele Softwareprogrammen nutzt, die nicht von Microsoft stammen, könnte Slack der richtige Weg für Euch sein.

Bilden Microsoft-Programme jedoch den Kern Eurer IT-Infrastruktur, dann könnte Teams der richtige Ansatz sein.

Da es aber auch außerhalb von Teams und Slack noch viele weitere Tools mit ähnlichen Funktionen gibt, solltest Du in jedem Fall eine systematische Analyse Eurer Anforderungen durchführen. So kannst Du anhand einer Systemevaluation herausfinden, welches System wirklich zu Euch passt.

Auf Konzernseite arbeitete Patrik an vielfältigen Digitalisierungsprojekten wie Apps, Webseiten, DAM-Systemen und Intranets. Bei Kronsteg zeigt er auf, wie die Potenziale des Digital Workplace genutzt werden können.

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